3. Systemische Therapie und Beratung

WEiterbildungsteam

Hans Reinhardt
Institutsleiter
Heike Claassen
Martina Hille-Wiemers

Ziel

Ziel der Weiterbildung ist, die TeilnehmerInnen auf der Grundlage systemischen Denkens und Handelns zur eigenverantwortlichen und professionellen Durchführung von beraterischen/therapeutischen Prozessen zu befähigen.

Hierfür werden sowohl Kenntnisse in Theorie/Methodik vermittelt und der Erwerb von Fähigkeiten durch Übungen und Supervision ermöglicht (Praxis) als auch eine persönliche Weiterentwicklung (Selbsterfahrung) angeregt.

Eingangsvoraussetzungen

1. Voraussetzung

  • ein abgeschlossenes (Fach-) Hochschulstudium mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung
    und psychosoziale Praxiserfahrungen
    oder
  • ein qualifizierter Berufsabschluss  im  psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) 
    und mindestens 3-jährige Berufstätigkeit im psychosozialen Bereich 
    und
    zusätzlich eine abgeschlossene beraterische oder therapeutische Aus-/Weiterbildung im Umfang von mindestens 200 UE
    oder
  • ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung)
    und mindestens 3-jährige beraterische und/oder therapeutische Berufstätigkeit im klinischen Kontext oder im Bereich Therapie/Familientherapie

2. Voraussetzung

  • die Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Therapie/ Familientherapie und/oder Systemischer Beratung während der Weiterbildung.

Aufbau und Umfang

Der zeitliche Umfang der Weiterbildung beträgt 949 UE (Unterrichtseinheiten von je 45 Minuten)

  • 13  Theorie- und Methodikseminare (ThM) (325 UE)                                                                            
    Mittwoch bisFreitag bzw. Donnerstag bis Samstag                
  • 19  Supervisionsveranstaltungen (152 UE)
    ganztags                                  
  • 3 Selbsterfahrungsseminare (SE) (150 UE)                                                                                       
    jeweils Montag bis Freitag                
  • Intervision (120 UE)                                                                                 
    Arbeit in Peergruppen
  • dokumentierte Beratungspraxis (200 UE)                                                                           
    bis 2 Jahre nach Beendigung der Weiterbildung unter begleitender Supervision 
  • Kolloquium (2 UE)

   

Inhalte

ThM - Einführung in das systemische Denken und Handeln  
  •   Geschichte der systemischen Arbeit im Überblick
  •   Grundlagen der Kommunikation l 
  •   Einführung in die Genogrammarbeit 
  •   Die Gruppe als Lernfeld (Kontakt und Kooperation)
ThM – Erstinterview I (Diagnostik und Intervention)
  • Grundlagen der Kommunikation II
  • Vorphase, Joining, Kontakt und Problemdefinition
  • Entwicklungsaufgaben und Zielklärung der Teilnehmer für die Weiterbildung
ThM – Erstinterview II (Diagnostik und Intervention)
  •   Hypothesenbildung
  •   Reframing
  •   Neudefinition
SE – Familienrekonstruktion
  • Selbstreflexion der Herkunftsfamilie
  • Muster, Botschaften, Delegation, Triangulation
  • Ressourcen und Hemmnisse, Grenzen und Freiheiten
  • Verständnis für / Einfühlen in das Handeln früherer Generationen
ThM – Mikrofeldanalyse
  • Systemerkennung und Intervention (Wahrnehmung von Mustern, das „Thema hinter dem Thema“)
  • Beratungskonzeption
ThM – Subsysteme 
  • Systemtheorie
  • Arbeit mit unterschiedlichen familialen Organisationsformen (u.a. Stief-, Eineltern-, Pflege-, Adoptivfamilien)
  • Familie und Rolle
  • Dynamiken bei Auflösung und Neuorganisation von Systemen
SE – Mein Arbeitsplatzsystem
  • Organigrammarbeit   
  • Hierarchie und Kontext
  • Formelle und informelle strukturelle Wirkfaktoren
  • Reflexion der eigenen Rolle im Arbeitskontext 

    Meine aktuelle berufliche Lebenssituation
  • Reflexion und Perspektive
  • „Was bisher?“ und
  • „Was von nun an?“
ThM – Beratung in unterschiedlichen Kontexten I
  • Systemisches Arbeiten im ambulanten und stationären Kontext
  • Arbeit im Kontext von Unfreiwilligkeit
  • Widerstand/Selbstschutz als (Über-) Lebensstrategie
ThM –  Beratung in unterschiedlichen Kontexten II
  • Sucht und Suchtsysteme
  • Gewalt und Gewaltsysteme
  • Intervention und persönlicher Umgang mit schwierigen Situationen
  • Systeme im Übergang
ThM – Arbeit mit Einzelnen
  • Teilearbeit
  • Arbeit mit dem inneren Kind
  • Ego-State-Therapie
ThM – Paartherapie I
  • Paartherapeutische Modelle in Theorie und Praxis
  • Entwicklungsphasen von Paaren
ThM – Paartherapie II
  • Methoden in Theorie und Praxis Arbeit mit Ambivalenzen, Ritualen und Visualisierungsmöglichkeiten
SE – Lebensphasen/Lebensbogen
  • Der Arbeitsfokus liegt auf der Würdigung und Reflexion der aktuellen Lebenssituation der Tln; Bearbeitung von konkreten aktuellen Fragestellungen durch Visualisierung (z.B. Skulpturarbeit)
ThM – Einführung in die Traumatherapie
  • Definition von Traumatisierung, Traumatisierungsmuster und –folgen
  • Konsequenzen für direkt und indirekt Betroffene
  • Resilienz- und Ressourcenorientierung 
ThM – Wendepunkte / Wendezeiten / Krise
  • Modelle von / Kriterien für Wendezeiten
  • Selbstorganisation/Selbstfürsorge
  • Einführung in das Klassifizierungsschema des ICD 10
  • Interventionspunkte und -strategien
ThM – Abschluss
  • Abschlussgestaltung in der Therapie
  • Abschlussdynamiken in beraterisch/therapeutischen Prozessen
  • Individuelle und gruppenbezogene Reflexion des Weiterbildungsprozesses

Abschluss und Zertifikat 

Der Abschluss der Weiterbildung erfolgt durch eine Abschlussarbeit und ein Kolloquium.   

Die Weiterbildung schließt ab- bei Vorlage aller erforderlichen Nachweise- mit dem Zertifikat „Systemische(r) Therapeut(in) / Familientherapeut(in) / ISA“

Kosten

Die Gesamtkosten der Weiterbildung betragen EUR 7726,00 Aufwendungen für Verpflegung und evtl. Übernachtung sowie Reisekosten sind hierbei nicht enthalten.

Bei Zahlung per Dauerauftrag ergibt sich eine monatliche Rate von EUR 214,00 (entspricht EUR 7704,00).

Zeit und Ort

Die 3-jährige Weiterbildung beginnt in 2019, die Seminare finden in Alzey statt.